Volles Haus im Hallenbad

300 Teilnehmer beim 5. Sindlinger Schwimm-Meeting / Die Übernahme durch einen Verein scheint zu funktionieren

Mit 300 Teilnehmern und 1400 Starts vermeldete das 5. Sindlinger Schwimm-Meeting wieder volles Haus im Hallenbad Höchst. Eine positive Zwischenbilanz zieht der Veranstalter, der 1. Sindlinger Schwimmclub, seit seiner Übernahme des Bades.

Höchst · 14. Februar · Für "normale" Badegäste war zwei Tage lang kein Platz im Höchster Hallenbad: Der 1. Sindlinger Schwimmclub zog mit seinem Schwimm-Meeting die Nachwuchshoffnungen der Schwimmvereine der Umgebung an und schickte mit Julian Buhle und Max Jakob selbst die besten "Vielschwimmer" des Vereins an den Start. Hessenmeister Julian Buhle (Jahrgang 1992) machte seinem Favoritenruf alle Ehre und errang bei jedem seiner zehn Wettkämpfe die Siegerposition.

Die Sindlinger Schwimmer wollen ihren Nachwuchs möglichst lang an den eigenen Verein binden: Immerhin zwölf Kinder und Jugendliche zählt die Leistungsgruppe des 1. Sindlinger Schwimmclubs. Doch seit September letzten Jahres geht es dem Verein um noch mehr als erfolgreiche Nachwuchsarbeit: Als Betreiber des Hallenbades Höchst ist er Arbeitgeber für zehn Bedienstete des Bades, die nun offiziell beim Schwimmclub unter Vertrag stehen.

"Leicht über den Erwartungen" rangiert der Club bislang in Sachen finanzieller Einnahmen und Besucherzahlen seit der Übernahme des Bades. Zu dieser optimistischen Zwischenbilanz kommt der Clubvorsitzende Roland Frischkorn. Akribisch hat der Schwimmclub eine Besucherstatistik aufgestellt, die zuversichtlich stimmt: 200 Besucher müssten das Bad täglich frequentieren, damit die Finanzrechnung aufgeht. Im Januar habe der Besuch sogar knapp ein Drittel darüber gelegen.

Dazu zählen die bis zu 70 "Frühschwimmer", die die zeitige Badöffnung um sieben Uhr morgens nutzen. Aber "deswegen werden wir nicht übermütig", stellt Frischkorn klar; "wir wollen schwimmen, aber nicht baden gehen". Es bleibe abzuwarten, wie sich die Sommersaison erstmalig unter der Regie des Schwimmclubs im Höchster Hallenbad entwickle. Lediglich die drei letzten Wochen der Sommerferien will der Verein das Bad in der Sommersaison schließen, in den Wochen davor aber Ferienspiele anbieten. Sollte sich das momentane Umsatzplus fortsetzen, könnte das Geld, so hofft der Verein, in die schrittweise Erneuerung der Einrichtung investiert werden. Auch eine Renovierung des Saunabereiches wäre irgendwann fällig.

"Ich bin optimistisch", so Roland Frischkorn, "dass allen Unkenrufen zum Trotz das Abenteuer Schwimmbad Höchst sich für die westlichen Stadtteile entwickeln wird." Personal und Besucher sollen demnächst anhand von Fragebögen Lob und Kritik am Bad an den Verein weitergeben können. Bevor der Sindlinger Schwimmclub das Bad übernahm, benötigte die Einrichtung einen jährlichen Zuschuss von 550 000 Euro. Mit der neuen Trägerschaft ist die Unterstützung durch die Bäderbetriebe auf 200 000 Euro geschrumpft. Weniger fest angestelltes Personal und das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder machen es möglich, die Kosten im Rahmen zu halten.

Als Vereinsvorsitzender musste sich Roland Frischkorn erst daran gewöhnen, beim Schwimmclub Ehrenamtler und Arbeitgeber in einem zu sein. Mit humorvollem Unterton pflegt er daher dann und wann im Bad vorbeizuschauen mit den Worten: "Vorsicht, euer Chef ist da!

Von Björn Hadem